Klimaanpassung in Europa – Best Practices

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  • #380
    Christin
    Moderator

    Kopenhagens Cloudburst-Plan: Vorbild für Klimaanpassung in Europa

    Nach der verheerenden Sturzflut 2011 (Schäden von fast 1 Milliarde Euro) entwickelte Kopenhagen einen 20-Jahre-Plan zur Starkregen-Vorsorge: Straßen als „Cloudburst Boulevards“, die Wasser gezielt ableiten, kombiniert mit Grünflächen zur Rückhaltung. Finanziert über eine Mischung aus Wasserabgaben, Steuern und privaten Investitionen. Das Modell gilt europaweit als Referenz für kommunale Klimaanpassung – auch für Kommunen ohne Kopenhagens Budget gibt es übertragbare Prinzipien, etwa die Priorisierung nach Risikogebieten.

    Der offizielle Cloudburst Management Plan der Stadt Kopenhagen
    C40 Good Practice Guide zum Plan

    • This topic was modified 4 weeks ago by Christin.
    #416
    Thomas
    Keymaster

    Wo stehen deutsche Kommunen in Sachen Klimaanpassung und Resilienz?

    Bundesgesetz zur Klimaanpassung (KAnG)

    Erstes nationales Klimaanpassungsgesetz in Deutschland, verabschiedet im Dezember 2023.

    Verbindlicher Rahmen für alle Regierungsebenen:
    • Die Bundesregierung muss eine Klimaanpassungsstrategie mit messbaren Zielen verabschieden;
    Bundesländer müssen eigene Strategien entwickeln; Kommunen sollen
    Ausarbeitung lokaler Anpassungskonzepte auf der Grundlage von Klimarisikoanalysen.
    Mainstreaming-Verpflichtung:
    • Die Behörden sind verpflichtet, Klimaanpassungsüberlegungen in alle Bereiche der
    Planung und Beschlussfassung.
    Überwachung und Rechenschaftspflicht:
    • Die Bundesregierung muss die Fortschritte bei den Anpassungszielen regelmäßig überwachen.

    Deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel 2024 (DAS)

    Deutsche Anpassungsstrategie mit messbaren Zielen für die nationale Ebene, verabschiedet von der
    Bundeskabinett im Dezember 2024.
    • 33 Ziele und 45 Unterziele in sieben Clustern, die sich mit Infrastruktur, Wasser, Land und
    Landnutzung, Gesundheit und Pflege, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Raumordnung und zivile
    Schutz sowie sektorübergreifende Themen.
    • Über 180 Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Hitzewellen, Dürre, starke Regenfälle und
    Überschwemmungen.
    • Timeline: Die meisten Ziele sollen bis 2030 erreicht werden, einige bis 2050.
    • Überwachung und Überprüfung: Fortschritte, die durch ein indikatorenbasiertes Überwachungssystem gemessen werden;
    Die Strategie ist alle vier Jahre zu aktualisieren.

    Weitere Beratung und Unterstützung bietet das Zentrum KlimaAnpassung:

    https://zentrum-klimaanpassung.de

    #418
    Thomas
    Keymaster

    Klimaschutz und Klimaanpassung mit Pflanzenkohle

    Biokohle kann verwendet werden, um die Eigenschaften von Böden zu optimieren und Kohlenstoff zu speichern. Biokohle stellt unter anderem einen wichtigen Bestandteil der Terra Preta dar, einer außergewöhnlich humusreichen, menschengemachten Bodenart in den Regenwäldern des Amazonas.

    Mehr Infos – Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF):
    https://www.lwf.bayern.de

    #420
    Thomas
    Keymaster

    16. Extremwetterkongress 23.- 25.9.2026 in Hamburg

    Der Extremwetterkongress verdeutlicht die Kosten der Klimakrise: Schäden in Milliardenhöhe und darüber hinaus 

    Mehr bei:  youtube.com/@ExtremWetterKongress

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt voraus, dass Deutschland auf extrem steigende Kosten durch Extremwetterereignisse zusteuert. Bis zum Jahr 2050 könnten Hitze, Sturzfluten und Stürme in Deutschland Kosten von bis zu 900 Milliarden Euro verursachen. Das DIW stellt diese Schätzung zum Abschluss des Extremwetterkongresses in Hamburg vor.

    Wenn die Sommerhitze Bahngleise und Autobahnen schädigt, Ortschaften von Hochwasser betroffen sind oder die Dürre die Ernte verringert, summieren sich die Kosten schnell auf Milliardenbeträge. Das Institut schätzt, dass es bis zur Mitte des Jahrhunderts mindestens 280 Milliarden Euro sein werden. Es ist Voraussetzung, dass der Klimaschutz zügig vorangetrieben wird; andernfalls könnten Schäden von 900 Milliarden Euro entstehen.

    Links: 

     

    #424
    Thomas
    Keymaster

    14 Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen in Kommunen
    Einfach umzusetzenden Klimaschutzmaßnahmen mit direkter Wirkung, unabhängig von umfassenden Konzepten und langfristigen Strategien.

    1. Klima-Aktionstag oder Klimawoche veranstalten
    Mit Infoständen, Workshops, Fahrradtouren und Vorträgen Bürgerinnen und Bürger informieren und zum Mitmachen motivieren.

    2. Klima-Taler-Netzwerk beitreten
    Die Klima-Taler-App motiviert spielerisch zu klimafreundlichem Verhalten und macht eingesparte CO₂-Mengen sichtbar.

    3. Baum- oder Strauchpatenschaften anbieten
    Patenschaften für Bäume, Baumscheiben oder Sträucher stärken die Identifikation mit dem Stadtgrün und sensibilisieren für dessen Bedeutung.

    4. Öffentliche Grünflächen in Blühwiesen umwandeln
    Weniger mähen und heimisches Saatgut einsetzen – das spart Pflegekosten und fördert Klima- und Artenschutz.

    5. Regionale Produkte in Kantinen und Kitas fördern
    Regionale und saisonale Lebensmittel verkürzen Transportwege, stärken die Landwirtschaft und fördern nachhaltige Ernährung.

    6. Dienst- und Jobräder anbieten
    Fahrradleasing für Mitarbeitende fördert klimafreundliche Mobilität, Gesundheit und die Vorbildfunktion der Verwaltung.

    7. Beleuchtung auf LED umstellen
    LED-Beleuchtung spart Energie und Kosten, reduziert CO₂-Emissionen und eignet sich besonders für Straßen, Schulen und öffentliche Gebäude.

    8. Dächer, Fassaden und Innenhöfe begrünen
    Begrünung verbessert das Stadtklima, fördert die Artenvielfalt, kühlt Gebäude und unterstützt das Regenwassermanagement.

    9. Klimaschutz in der kommunalen Beschaffung verankern
    Nachhaltige Produkte, Recyclingmaterialien und Bio-Lebensmittel bevorzugen sowie CO₂-Fußabdruck und Lieferketten berücksichtigen.

    10. Regelmäßig Klima-Tipps veröffentlichen
    Praxisnahe Tipps zu Stromsparen, Ernährung oder Mobilität über Amtsblatt, Website oder andere Kanäle verbreiten.

    11. Von der 15-Minuten-Stadt inspirieren lassen
    Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Versorgung möglichst nah zusammenbringen und dadurch kurze, klimafreundliche Wege fördern.

    12. Autofreie Innenstädte in Betracht ziehen
    Autofreie Straßen und Plätze können Lärm und Verkehr reduzieren und die Luftqualität verbessern.

    13. Hitzeaktionsplan erarbeiten
    Maßnahmen wie Hitzewarnsysteme, kühle Aufenthaltsorte und Hilfsangebote für gefährdete Gruppen schaffen.

    14. Nachhaltigkeits-Apps empfehlen
    Eine Übersicht geeigneter Apps kann Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, nachhaltige Gewohnheiten spielerisch in den Alltag zu integrieren.

    Details unter: https://klima-taler.com/de/massnahmen-klimaschutz

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